Forschung

Die Forschung des CHREN umfasst drei Kernbereiche:

1. Grundlagenforschung

Das CHREN widmet sich grundlegenden und zugleich aktuellen Fragen der Theorie und Praxis der Menschenrechte aus interdisziplinärer Perspektive. Dazu zählen die Anerkennung der Menschenwürde als Ausgangspunkt menschenrechtlichen Denkens, der Anspruch des Universalismus, und die Unteilbarkeit der Menschenrechte, sowie das Prinzip der Nichtdiskriminierung.
Ein thematischer Schwerpunkt des CHREN ist die (extra)territoriale Reichweite der Menschenrechte. Hierbei geht es um die Frage, ob Menschenrechte auch jenseits der Hoheitsgewalt Staaten menschenrechtliche Pflichten auferlegen.
Der Forschungsschwerpunkt Menschenrechte von Migrant*innen sowie Flüchtlingen setzt menschenrechtsbasierte Impulse für die Migrations- und Flüchtlingspolitik auf regionaler, nationaler, EU- und internationaler Ebene.
Weitere thematische Schwerpunkte betreffen Geschlechtergerechtigkeit und sexuelle Selbstbestimmung, das Verhältnis von Menschenrechten und Bildung, Menschenrechte und Medizin, die Religions- und Glaubensfreiheit, die Bedeutung und Grenzen des Völkerstrafrechts für den Menschenrechtrechtsschutz sowie Menschenrechte in Postkonfliktkontexten. 

2. Praxisrelevante Forschung in regionalen Kontexten

Das CHREN untersucht menschenrechtliche Anforderungen an die bayerische Politik und baut dazu die Kooperation mit den Städten Erlangen und Nürnberg sowie mit in der Region vertretenen staatlichen Einrichtungen und internationalen Organisationen – , wie zum Beispiel dem BAMF, dem UNHCR und der IOM – aus. Es vernetzt Wissenschaftler*innen mit politischen Entscheidungsträger*innen und Nicht-Regierungsorganisationen und unterstützt so eine praxisbezogene Erforschung von menschenrechtlichen Belangen vor Ort. In diesem Sinne kooperiert das CHREN mit dem Nürnberger Menschenrechtszentrum (NMRZ) und der Internationalen Akademie Nürnberger Prinzipien (IANP).

 

3. Innovative Weiterentwicklung des internationalen Menschenrechtsschutzes

Am CHREN werden menschenrechtliche Fragen untersucht, von denen zu erwarten ist, dass sie künftig an Bedeutung gewinnen werden. Das sind etwa: Die Rechte von Flüchtlingen und Migrant*innen im internationalen Recht, die Rechte von alten Menschen und von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans* und intergeschlechtlichen Personen (LSBTI), die Bedeutung der Menschenrechte für  das transnationale Wirtschaftsrecht, Grenzfragen von Menschenrechten und Bioethik bzw. Medizinethik sowie – in Kooperation mit der Forschungsstelle Völkerstrafrecht der FAU Erlangen-Nürnberg – die verbesserte Durchsetzung von Menschenrechten in bewaffneten Konflikten.